Was ist emotionale Intelligenz?

Die emotionale Intelligenz gehört zu den neuen Intelligenzen abseits der “akademischen” Intelligenz. Mayer und Salovey führten das Konstrukt in die Psychologie ein. Der folgende Text geht kurz auf  den Artikel „What is emotional intelligence?“ von Mayer und Salovey ein.

Wie schon aus dem Namen herorvergeht, geht es dabei um zwei Komponenten: Intelligenz und Emotionen. Jedoch ist nicht alles, was Intelligenz und Emotionen verbindet, mit emotionaler Intelligenz gleichzusetzen. So beeinflussen Stimmungen unsere rationalen Gedanken: z.Bsp. Leute in guter Stimmung gehen eher davon aus, dass sich die Wirtschfat erholt. Doch das ist mit emotionale Intelligenz (EI) nicht gemeint.

Wie weiß man, ob eine Intelligenz neu ist? Eine Voraussetzung ist, dass eine neue Intelligenz mit bekanten Tests zumindest nicht hoch korreliert. Es wäre schlecht, wenn Personen mit einem hohen IQ bei einer Messung der EI ebenfalls ziemlich gut abschneiden würden. Dann liessen sich die beiden Konzepte schlecht voneinander unterscheiden. Zangsläufig würde sich die Frage stellen, was an dem neuen Konstrukt überhaupt neu ist.

 Die Gefahr sehen auch Mayer und Salovey. Sie erwarten, dass EI auf einem niedrigen Level mit anderen Intelligenzen korreliert.

Eine weitere Bedingung ist, dass EI nicht mit bestimmten Eigenschaften oder Talenten korreliert. Bei der EI soll es aber auch nicht um Gutartigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen gehen.

 Emotionen können Kognitionen priorisieren. In dem Sinne unterstützen Emotionen die Kognitionen.

Emotionen enthalten Informationen über die Beziehungen einer Person zur Welt. Angst entsteht, wenn eine Person einer mächtige oder unkontrollierbaren Bedrohung ausgesetzt ist. Freude bedeutet typischerweise, dass die Person harmonische Beziehungen zu anderen pflegt.

Es gibt also gewisse Gesetze, die hinter Emotionen stecken. Diese Reaktionen zu erkennen, erfordert eine Form von Intelligenz.

Man kann vermuten, dass es im Allgemeinen richtige Antworten auf Gefühle gibt. In speziellen Fällen ist dies jedoch nicht gegeben, zumindesr nicht, wenn bestimmte Informationen zum Hintergrund der Person nicht gegeben sind.

 Die ursprüngliche Definition der EI von Mayer und Salovey (1989) lautete:

 We define emotional intelligence as the subset of social intelligence that involves the ability to monitor one’s own and others’ feelings and emotions, to discriminate among them and to use this information to guide one’s thinking and actions. (…) affective information must be processed (perhaps differently than the cognitive information), and (…) individuals may differ in the sklll with which they do so

 Danach umfasst EI 3 Fähigkeitskomponenten:

a)      Emotionswahrnehmungssensibilität: eigene Gefühle und Gefühle anderer beobachten

b)       Emotionsdiskriminationskompetenz: eigene Gefühle und Gefühle anderer unterscheiden können

c)      Emotionsregulationskompetenz: diese Informationen zur Steuerung des eigenen Denkens und Handelns nutzen

 Die neu formulierte Definition (1995) lautet:

 Emotional intelligence invovles the ability to perceive accurately, appraise, and express emotion; the ability to access and/or generate feelings when they facilitate thought; the ability to understand emotion and emotional knowledge; and the ability to regulate emotions to promote emotional and intellectual growth.

 Die alten Fähigkeitsbereiche müssen den neuen weichen:

a)      Wahrnehmung, Bewertung und Ausdruck von Emotionen (hier geht es vor allem darum, wie genau Emotionen unterschieden, identifiziert werden etc. )

b)      Förderung des Denkens durch Emotionen (z.B. Emotionen lenken die Aufmerksamkeit auf bestimmte Sachverhalte)

c)      Verstehen und Analysieren von Emotionen (die Fähigkeit Emotionen zu verstehen und dieses Wissen anzuwenden)

d)      Reflektive Regulation von Emotionen zur Unterstützung des emotionalen und intellektuellen Wachstums (z.B. Emotionen tolerieren, auch wenn sie unangenehm sein sollten)

 Nun könnte man messen, wie viel eine Person über Emotionen und emotionsrelevante Informationen gelernt hat. Mit dem Erreichen eines bestimmten Levels, könnte man dann als kompetent gelten.

 Mayer. Salovey und andere haben darum den MSCEIT aus der Taufe gehoben.

Und da fangen die Probleme schon an. Die Korrelationen mit verbaler Intelligenz sind problematisch. Der Gesamttest korreliert .36 mit verbaler Intelligenz. Der Untertest „Verstehen und Analysieren“ gar aber mit .56. Da ist die Überlappung zu groß.

 Man kann dem MSCEIT zu Gute halten, dass er relativ niedrig mit Extraversion und Verträglichkeit korreliert. Außerdem weist er in einigen Bereichen durchaus prädiktive Validität auf:

–         Mehr Freundschaften bei 15-jährigen Schülern

–         Alltägliche Interaktionen in einer Tagebuchstudie werden als interessanter und erfreulicher eingeschätzt

–         Höhere fremdeingeschätztesoziale Kompetenz (Teamfähigkeit)

–         Höhere Zufriedenheit in intimen Beziehungen und auch in Arbeitsbeziehungen

–         Höheres Wohlbefinden, Selbstwertgefühl

 Dennoch müssen noch zwei gravierende Probleme bewältigt werden. Da ist zum einem die viel zu große Überlappung mit dem Konzept der sozialen Intelligenz. Zum anderen muss besser geklärt werden, wann eine Antwort richtig oder falsch ist. Beim MSCEIT geschieht dies mithilfe von Expertenurteilen.

 Quellen:

Mayer, J. D. & Salovey, P. (1997). What is emotional intelligence? In P. Salovey & D. Sluyter (Eds). Emotional Development and Emotional Intelligence: Implications for Educators (pp. 3-31). New York: Basic Books.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Diagnostik, Persönlichkeit

3 Antworten zu “Was ist emotionale Intelligenz?

  1. Kurzum: Hundeerziehung. Geist kommt nirgends vor.

  2. fragmentjunkie

    Und Hunde haben keinen Geist?

  3. Pingback: Ist emotionale Intelligenz ein Erfolgsfaktor im Beruf? | Psychoblogie für Anfänger

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