Sind Loner gut genug für psychologische Online-Studien?

In einer Studie von Gosling, Vazire, Srivastava und John („Should We Trust Web-Based Studies?“) wurden sechs Annahmen über solche Studien unter die Lupe genommen.

Zunächst mal gibt es viele Gründe, die für ein web-basiertes Vorgehen sprechen. Da wären zunächst die Menschen, die man auf gewöhnlichem Wege vielleicht nicht erreichen würde. (Vielleicht wollen diese Menschen aber auch nicht erreicht werden?) Internetgestützte Studien sind auch nicht so kostspielig wie die gängigen Verfahren. Zudem können die Daten relativ simpel erfasst und weiter berechnet werden. (In Zeiten leerer Kassen zählen solche Argumente doppelt und dreifach!)

Nun, wie versprochen zu den Annahmen.

1. Annahme : Internet-Stichproben sind nicht repräsentativ. Jung, weiß, Mittelklasse…

2. Annahme : Ähnlich stereotype-fixiert wie Annahme 1. Nur Loner, sozial Unangepasste und sozial Abgelehnte werden dadurch erreicht. Nur Depressive und sozial Isolierte geistern durch das Web.

3. Annahme : Die gesammelten Daten sind Webseiten-spezifisch. Das würde bedeuten, dass die gleiche Umfrage unterschiedliche Ergebnisse hervor bringt, in Abhängigkeit davon, ob sie bei YouTube oder Facebook gemacht wird. Hat das Format einer Seite einen Einfluss auf die Umfrage?

4. Annahme : Zu viele Leute, die Umfragen nicht ernst nehmen und darum nicht ernstzunehmende Daten produzieren.

5. Annahme : Die Anonymität wirkt sich negativ auf die Datenerhebung aus. So könnten Leute, denen langweilig ist, an der gleichen Umfrage mehrfach teilnehmen, ohne dass man das 100%-ig verhindern könnte.

6. Annahme : Die im Netz erhobenen Daten sind nicht konsistent mit den Daten, die man auf traditionellen Wegen gewinnt.

Nun zu den Ergebnissen!

1. Annahme : Die Stichproben im Web sind sogar diversifizierter als Stichproben, die man normalerweise hat. Aber sie sind nicht ganz repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. (Mit dem Trend, dass die Altersgrenzen im Web immer mehr wegfallen, wird das vielleicht mal so sein.)

2. Annahme : Wie die meisten Stereotype hat sich diese Annahme als ein Mythos entpuppt.

3. Annahme : Der Test wurde einmal in einer normalen Web-Umgebung platziert, und ein anderes Mal im Star-Wars-Universum. Mit gleichen Ergebnissen!

4. Annahme : Ist auch ein Mythos. Anscheinend sind die Webuser doch motiviert genug, um an Umfragen ernsthaft teilzunehmen.

5. Annahme : Die Anonymität schadet wirklich den Daten. Dies hat sich als wahr erwiesen. (Oder zumindest angedeutet!) Hier sind Wege und Idee gefragt, Personen daran zu hindern, mehrfach an Umfragen teilzunehmen.

6. Annahme : Vorläufig ein Mythos. Dennoch sollten noch mehr Daten erhoben werden, um die Passung zwischen Web-Daten und traditionellen Daten zu prüfen.

Alles in allem lässt sich festhalten, dass das Internet-basierte Methoden der Psychologie von großer Hilfe sein können

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Eingeordnet unter Diagnostik, Studien

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