Tests zum Berufsinteresse

Im Gegensatz zum Interesse im Allgemeinen, gibt es einige Theorien zum Berufsinteresse. 

Der SDS (Self-Directed-Search) von Holland ist ein Fragebogen für Fachschüler und alles, was älter ist. Das Verfahren erfasst Berufswünsche, Interessen für Tätigkeiten, Einschätzung eigener Fähigkeiten und Sympathien für verschiedene Berufe.

Die Fragen sind ziemlich einfach. Dahinter steckt kein ausgeklügeltes System. Worauf die Fragen abzielen, ist leicht durchschaubar.

Aber im Vergleich zu einigen Tests, die nur die reinen Interessen erfassen und daraufhin eine Berufsempehlung aussprechen ist dieser Test um Längen besser.

Der SDS beruht auf dem RIASEC-Modell von Holland: Realistic (handwerklich-technisch), Investigative (untersuchend-forschend), Artistic(künstlerisch-kreativ), Social(erziehend-pflegend), Enterprizing(führend-verkaufend), Conventional(ordnend-verwaltend).

In diesem Modell ist Interesse so was wie eine Relation zwischen Person und Objekten/Objektklassen. Eine gute Passung zwischen Person und Beruf würde sich in einer guten Arbeitszufriedenheit widerspiegeln.

Den SDS kann man z.B. bei http://www.explorix.de selbst machen. Das kostet ca. 15 Euro. Man kann aber auch beim Arbeitsamt vor Ort anfragen. Wenn man Glück hat, spendieren die einem eine Gutscheinummer, die man dann statt den Kreditkartendaten auf der explorix-Webseite eingeben kann. Wenn man noch mehr Glück hat, dann findet man einen Berufsberater, der hinterher den Test bespricht. Denn der SDS kann nur als eine kleine Zwischenstation auf dem Weg zur Berufswahl betrachtet werden.

Es gibt aber noch viele weitere Tests. Darunter der DIT und der BIT.

Der DIT (Differentieller-Interessen-Test) erfasst neben den Berufs- auch die Freizeitinteressen. Er unterscheidet folgende Bereiche: Sozialpflege und Erziehung, Politik und Wirtschaft, Verwaltung und Wirtschaft, Unterhaltung, Techik und Naturwissenschaften, Biologie, Mathematik, Kunst, Musik, Literatur und Sprache, Sport.

Der BIT (Berufs-Interessen-Test) gibt Auskunft über die individuelle Orientierung in neun beruflichen Interessenrichtungen: Technisches Handwerk, Gestaltendes Handwerk, Technische und Naturwissenschaftliche Berufe, Ernährungshandwerk, Land- und fortswirtschaftliche Berufe, kaufmännische Berufe, Verwaltende Berufe, Literarische und Geisteswissenschaftliche Berufe, Sozialpflege und Erziehung.

Insbesondere der BIT ist ein Beispiel für ein theoriefreies Vorgehen. Es gibt keine überprüfbaren Annahmen darüber, wieso der Test, das misst, was er messen soll. Auch die reine Erfassung der Berufsinteressen ist letztlich zu wenig.

In einer Längsschnittstudie fand man heraus, dass die Passung zwischen Berufsinteressen zu Studiumsbeginn und der Arbeit nach 12 Jahren nicht mit der Arbeitszufriedenheit zusammen hing.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder haben sich die Interessen der Personen verändert (was man nicht einfach so von der Hand weisen kann) oder der Beruf entsprach nicht ihren tatsächlichen Kompetenzen!

Eine andere Längsschnittstudie, dass die in der 10. Klasse gemessenen Kompetenzen besser als die zeitgleich erfassten Interessen den später ausgeübten Beruf vorhersagten. Dies zeigt die Beschränktheit eines Tests, der sich nur auf Berufsinteressen bezieht und berufsrelevante Fähigkeiten außer Acht lässt.

Eine weitere interessante Frage ist, wie Fähigkeiten und Interessen bei der Berufsausübung zusammen wirken. Sind Fähigkeiten wichtiger als Interessen?

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Berufsberatung, Diagnostik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s