Rekognitionsheuristik

Heuristiken sind simple Regeln, die uns täglich bei Entscheidungssituationen im helfen, eine schnelle und auch gute Lösung zufinden. Sie sind die klaren Wegweiser im Dschungel der Entscheidungsmöglichkeiten. Würden wir nämlich jedes Mal über ein offenes Problem nachdenken, dann wären wir nur damit beschäftigt. Heuristiken erlauben uns den mentalen Aufwand, das Nachdenken, niedrig zu halten.
Ein bekanntes Beispiel für solche Faustregeln ist die Rekognitionsheuristik nach Dan Goldstein und Gigerenzer(2002), die eine der einfachsten Heuristiken ist. Sie besagt, dass wenn bei einer Entscheidung zwei Objekte miteinander verglichen werden(z.B.Welche Stadt ist größer?-A oder B?) von denen das eine Objekt bekannt und das andere unbekannt ist, man in der Regel die bekannte Entscheidungsalternative wählt. Da man die Größe der Stadt also nicht kennt, verwendet man als Refernzklasse die Bekanntheit der Städte. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die Bekanntheit der Stadt ein valider Hinweis auf deren Größe ist. Weil man im Alltag z.B. nicht von außen einschätzen kann, ob eine Person freundlich gesinnt ist, interpretiert man ein Lächeln etc. als einen Hinweis für Freundlichkeit, Offenheit etc.
Für den Alltagsmenschen ist die Rekognitionsheuristik das, was für den Statistiker die lineare Regression ist. Nur das sie simpler ist, und gar nicht so uneffizient!
 Wenn es um den Konsum geht, übernimmt die Rekognitionsheuristik die folgende Rolle: Wenn nur eines von zwei Objekte erkannt wird, dann wird daraus geschlossen, dass das bekannte Objekt einen höheren Wert hat. Die Rekognitionsheuristik funktioniert sogar, wenn zusätzliche Informationen vorliegen. In der Regel werden sie nämlich nicht benutzt. (Das könnte ein Grund sein, warum manche Menschen beratungsresistent sind.)
Es gibt allerdings auch Studien, die darauf hindeuten, dass zusätzlichen Wissen zusammen mit der Rekognitionsheuristik kombiniert wird (Pachur, Bröder & Marewski, 2008). Newell und Shanks (2004) belegen sogar, dass die Rekognitionsheuristik keinen speziellen Status einnimmt. Sie wird wie eine Information von vielen behandelt!
Pachur et al. glauben, dass es mit dem Setting zusammen hängt. Je natürlicher das Setting ist, um so mehr wird ausschließlich die Rekognitionsheursitik genutzt. Allerdings sammelte Pachur Belege dafür, dass etwa die Hälfte der Testpersonen die Rekognitionsheuristik mit anderen Informationen kombinierten.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Entscheidungsfindung

2 Antworten zu “Rekognitionsheuristik

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