Fragestellungen der Arbeitsanalyse

Nach der theoretischen Fundierung der Arbeitsanalyse geht es nun um die Hauptfragestellungen, die in der Arbeitsanalyse behandelt werden.

Die Arbeitsaufgabe ist der zentrale Ansatzpunkt organisationspsychologischer Gestaltungsbemühungen. Darüber lassen sich die wichtigsten Merkmale der psychischen Struktur der Arbeitstätigkeit beeinflussen. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom Primat der Aufgabe.

Damit ist gemeint, dass jede Arbeitstätigkeit Teil eines übergeordneten betrieblichen Zusammenhangs ist. Nach Volpert ist die Aufgabe der Schnittpunkt zwischen Organisation und Individuum. Hacker meint, dass durch eine Aufgabe der Sachverhalt, die Mittel, Wege und Technologien bestimmt werden. Daher sind Arbeitsaufgaben mit einem bestimmten Typ der Handlungsforderungen vergleichbar.

Gegenüber natürlichen Handlungsfordeungen sind Arbeitsaufgaben sozial eingebettet und von einem übergeordneten sozialen Zusammenhang bestimmt. Ein wichtiger Schritt und ein erstes Ergebnis einer Arbeitsanalyse ist die Abgrenzung der Aufgaben.

Ebenen der Analyse

Bei der Vorgehensweise lassen sich – nach Hacker und Richter zentrale Dimensionen der Analyse unterscheiden: Ausführbarkeit, Schädigungslosigkeit, Beeinträchtigungsfreiheit und Persönlichkeitsförderlichkeit.

Mit den unterscheidbaren Ebenen sind auch verschiedene Gestaltungsziele verbunden. Die Arbeitspsychologie kann auf der Ebene der Beeinträchtigungsfreiheit und der Persönlichkeitsförderlichkeit einen Beitrag leisten. Dies gilt auch für das von Ulich ergänztem Kriterium der Zumutbarkeit.

So sind hohe Anforderungen an eigenständiges Denken, Planen und Entscheiden, Möglichkeiten der Kommunikation und Kooperation, große Tätigkeitsspielräume und vollständige Aufgaben wesentliche Merkmale einer persönlichkeits- und gesundheitsgerechten Arbeit.

Häufig untersuchte Dimensionen sind der Handlungs- und Entscheidungsspielraum, die Partizipationsmöglichkeiten, die Kooperations- und Kommunikationsanforderungen sowie die Nutzung und Weiterentwicklung der Qualifikationen.

Die Ebene der Beeinträchtigungsfreiheit steht in der Tradition der industriellen Psychopathologie. Zu krankmachenden Bedingungen können Monotonie oder Vigilanz, Zeitdruck und auch soziale Aspekte der Arbeit gehören, wobei damit Konflikte aufgrund mangelhafter Arbeitsaufgabengestaltung und Arbeitsorganisation gemeint sind.

An den Eben der Persönlichkeitsförderung und der Beeinträchtigungsfreiheit wird der Unterschied zwischen förderliche und beeinträchtigende Arbeitsbedingungen noch mal deutlich. Entsprechend müssen auch die Konzepte der Belastung und Anforderung unabhängig von einander betrachtet werden.

Bedingungs- vs. Personbezogene Fragestellung

Grundsätzlich lassen sich bedingungsbezogene und personbezogene Fragestellungen unterscheiden. Erstere abstrahieren die individuellen Besonderheiten, während Letztere individuelle Vorgehensweisen, Leistungen, Qualifikationen sowie persönliche Bewertungen der Arbeitssituation berücksichtigen.

Die zuvor gebräuchliche Unterscheidung von subjektiven und objektiven Verfahren ist dadurch abgelöst worden. Generell ist es so, dass man beide Art von Verfahren bei beiden Fragestellungen einsetzen kann.

Auch wenn bedingungsbezogene und personbezogene Verfahren unterschiedlich sind, so lässt sich sagen, dass personbezogene Verfahren die bedingungsbezogenen voraussetzen.

 

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AO Psychologie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s