Returning Basic Research to the Community

In der Studie von Chavis, Stucky und Wandersman geht es darum, wie Einwohner von der Grundlagenforschung in der Community Psychologie profitieren können.

Die Fallstudie basiert auf dem Neigborhood Participation Project (NPP). Nach dem Sammeln von Längsschnitt-Daten arbeiteten die Forscher zusammen mit einer Nachbarschafts-Organisation und einer Nachbarschafts-Verwaltung.

Im Grundsatz geht es also um die Frage der Nützlichkeit und der Anwendung von Grundlagenforschung. Dazu müssen allerdings zunächst die Bedürfnisse, die Methoden und die Werte der Forscher und der Einwohner bzw. Community Mitglieder überdacht werden. Hier gibt es durchaus Widersprüche. Die Meetings und die Planung nehmen Zeit in Anspruch und verbrauchen Ressourcen. Es gibt auch Unterschiede in den Fragen, die die Forscher und die die Mitglieder der Community interessieren.

Doch genau diese Differenzen sollen überwunden werden, damit die Wirtschaftlichkeit und die ethische und soziale Verantwortung der psychologischen Forschung erhöht werden.

Es muss zu einer Union zwischen den Wissenden und den zu-Wissenden kommen.

Bei der Frage der Anwendung psychologischer Forschung sprach sich Varela für „psychological technicians“, die den Bewohnern neue Fertigkeiten beibringen und mit neuen Informationen versorgen, damit diese ihre Probleme lösen können. Es gibt viele Gründe, die gegen dieses Vorgehen sprechen:

–         nur wenige Leute sind dafür trainiert worden

–         durch die Trennung es Forschers und des psychologischen Technologen, wird der Forscher eben nicht dazu verleitet, die Anwendbarkeit seiner Forschung zu beachten

–         die Forscher würden mit den Bewohnern nicht interagieren, was eigentlich der Verfeinerung und der Theorien und Interpretationen führen könnte

–         der Forscher ist der Spezialist schlechthin, wenn es um die Kenntnisse der Grenzen und möglichen Einschränkungen der Grundlagenforschung geht 

Das NPP ist eine Längsschnittstudie mit dem Ziel, die Prozesse der Einwohner-Partizipation besser zu verstehen. Es handelt sich um ein ethnisch gemischte Nachbarschaft mit einem 55%-Anteil von Afroamerikanern. doch die einzelnen Block der Community weisen eine hohe Homogenität auf. Die Nachbarschaft war Teil des Neighborhood Housing Services (NHS), eine Organisation, die auf Nachbarschaftsverbesserung durch kooperative Arbeit setzt. Es ist eine private Non-Profit-Organisation. Die Sunnyside Community Citizens (SCC) wiederum verstanden sich als eine Vereinigung von Vereinen und Mitgliedern der Community, die die Anstrengungen der NHS komplettieren sollte.

Das NPP untersuchte die Partizipation der Einwohner in der SCC. Dabei wurde Folgendes untersucht:

1.      Wer partizipiert und aus welchen Gründen?

2.      Welche Rolle spielen Person- bzw. Situationsvariablen als Prädiktoren für die Partizipation?

3.      Was sind die Effekte der Partizipation? (auf dem individuellen, interpersonalen Level und für den Block)

4.      Welche Faktoren hängen mit der Nachbarschaft zusammen?

5.      Was ist der Sense of Community?

39 Blocks wurden untersucht, das Design war quasi-experimentell.

Viele Interviewer sind rausgeschickt worden. Doch die Zahlung von 3,50 US$ und die Erklärung der Studie hat nicht alle Einwohner befriedigt. Dies führte zur Überlegung der Forscher, wie man den Mitgliedern der Community helfen konnte.

Sie entschieden sich, dass das am besten zusammen mit der NHS, den SSC und den existierenden Vereinen gelingen konnte.

Als erstes sollten die Daten den Mitgliedern der Community zur Verfügung gestellt werden. Die Mitglieder der Gruppen verfügten über einen unterschiedlichen Grad an Wissen. Darum mussten je nach Charakteristik der Gruppe die Daten in anderer Weise präsentiert werden.

Zunächst setzte man sich mit der NHS zusammen. Diese haben die Daten gebraucht, um die eigenen Arbeit zu evaluieren. Damit konnten sie Aktivitäten planen und den Jahresbericht verbessern.

Die Mitglieder des SSC hatten zunächst einige Schwierigkeiten die Daten zu verstehen. Einerseits benötigte die Führung der SSC Hilfe bei der Planung und Entwicklung der Organisation. Andererseits benötigten die Forscher das Feedback zu den Forschungsresultaten.

Bereits Kurt Lewin hatte das Vorgehen, Feedback für Forschungsresultate einzuholen, eingeführt. So kann man Veränderung bewirken, während man gleichzeitig die Daten sichert.

Im ersten Schritt mussten die Forscher die Forschung und die Informationen demystifizieren. Der freie Zugang und das Verstehen der Informationen waren notwendig, damit die Daten nicht wertlos wurden. Die Forscher nutzen das Highlander Modell der Erwachsenenbildung, um diesen Prozess zu verbessern.

Für das Feedback einigten sich sowohl Forscher als auch die Community Mitglieder auf das Workshop-Format. Ein Planungskomitee, was jeweils hälftig aus Forschern und Einwohnern zusammengesetzt war, sollte den Workshop organisieren.

Folgende Schritte wurden durchlaufen:

–         Ziele wurden vereinbart

–         die vorhandenen Informationen wurden beschrieben

–         die Anliegen wurden nach Priorität geordnet

–         das Workshop-Format wurde geplant

–         Training von Community Mitgliedern als Gruppenführer

–         Vorbereitung der Materialien für den Workshop

Am Workshop nahmen Vertreter von 12 Vereinen teil. Er enthielt neben den formellen Elemente auch Raum für informelle Interaktionen. Der Workshop wurde von den Teilnehmern sehr positiv bewertet.

In der Folge wurden verschiedene Pläne in die Realität umgesetzt. Aber auch das Interesse der Miglieder des SSC steigerte sich nach dem Workshop. Von sich aus ergriffen sie die Initiative und erkundigten sich nach weiteren Büchern, die mit Kriminalitätsprävention, Partizipation und Wiederbelebung der Nachbarschaft beschäftigten.

Für die Forscher hat es den Effekt, dass es das Wissen verfeinert. Es half ihnen, die Daten aus einer neuen Perspektive zu betrachten. So fanden sie heraus, dass Männer mehr taskorientiert und Frauen sich mehr an organisationalen  Aktivitäten beteiligten.

Nicht zuletzt ist dieses Vorgehen auch ein Gewinn für die Forschung. Denn gerade Personen, die an Studien teilnehmen, fühlen sich oft ausgebeutet.

Es bleibt festzuhalten, dass bei solchen Vorhaben die Werte der Forscher und Mitglieder der Community, die Ressourcen und Fertigkeiten der Einwohner, die Kontrolle über das Vorhaben, die politischen Aspekte und die akademischen Kosten zu berücksichtigen sind.  

Quelle: Returning Basic Research to the Community – A Relationship Between Scientist and Citizen

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Eingeordnet unter Community Psychology, Studien

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