Effektivität von Arbeitsgruppen

Die Effektivität lässt sich in drei Dimensionen einteilen:

  • Leistungsdimension
  • Soziale Dimension
  • Individuelle Dimension

Die Bedeutsamkeit jeder einzelnen Dimension kann nach Situation und Ausgangslage stark variieren und ist von der Gruppenform abhängig.
So wird bei Projektgruppen eher die Leistungsdimensiom im Vordergrund stehen, während bei Qualitätszirkeln eher die soziale und individuelle
Komponente überwiegt.

Es gibt keine ideale Anzahl von Mitgliedern für eine Arbeitsgruppe. In der Literatur findet man Zahlen zwischen 3 und 12. Die Gruppengröße
sollte aufgrund von kontext- und situationsspezifischen Faktoren entschieden werden.
Große Gruppen verfügen über mehr personelle und materielle Ressourcen, allerdings sind sie anfälliger für Spannungen und Bildung von Untergruppen.
Somit sind sie instabil und haben mit Motivationsverlusten zu kämpfen.

Für die Effektivität einer Gruppe sind auch das Wissen, die sozialen Eigenschaften, das Verhalten und die Einstellungen der Gruppenmitglieder wichtig.
Außerdem haben sich Gewissenhaftigkeit und Extraversion als bedeutsame Prädiktoren für die Effektivität einer Gruppe erwiesen.

Die Zusammenhänge mit Heterogenität und Homogenität sind etwas komplexer. Dabei kann die Heterogenität auf demografische Merkmale, auf kognitive Merkmale oder organisationale Merkmale bezogen sein. Generell kann es in heterogenen Gruppen vermehrt zu Spannungen kommen. Doch gerade eine Heterogenität der
kognitiven Merkmale kann sich positiv auf die Gruppenleistung auswirken, wenn die Leistungsdimension im Vordergrund steht.

Nach Katz und Allen ist die Produktivität einer Gruppe in der Zeit von 2-3 Jahren am größten.

Wenn man die Gestaltung der Arbeitsaufgabe als Kriterium heranzieht, so führen Ganzheitlichkeit und Persönlichkeitsförderlichkeit.

Affektive Gruppenprozesse wie die Gruppenkohäsion, das Gruppenklima und die Identifikationsprozesse können sich dierkt oder indirekt auf die Gruppeneffektivität auswirken.
Die Gruppenkohäsion beschreibt die Summe aller Kräfte von außen, die auf jedes einzelne Gruppenmitglied wirken und es an die Gruppe binden. Als kohäsionsfördernde
Faktoren lassen sich unter anderem die Einigkeit über Gruppenziele, die Häufigkeit der Interaktionen und Gruppentreffen, Erfolg und Anerkennung, klare Regeln und Normen
sowie ausreichende Kommunikationsmöglichkeiten.

Die umgekehrte Wirkung auf die Gruppenkohäsion haben die Gruppengröße, Misserfolge, Einzelkämpfer oder generelle Konflikte in der Zielsetzung.
Allgemein wirkt sich die Gruppenkohäsion indirekt auf die Gruppenleistung aus. Sie kann Motivationsverlusten vorbeugen und die Stabilität der Gruppe erhöhen.
„Groupthink“ ist wiederum ein negatives Ergebnis, was auf aufgrund zu hoher Gruppenkohäsion auftreten kann.

Das Gruppenklima bezieht sich auf die gesamte Befindlichkeit der Mitglieder. Damit lässt sich die interne Güte einer Gruppe darstellen. Man kann
es als Ergebnis der Gruppenkultur betrachten.

Identifikationsprozesse basieren auf der emotionalen Bewertungen der Gruppe und erhöhen dadurch die Hilfsbereitschaft und das Arbeitsengagement. Sie entstehen durch die individuellen Bewertungen der Gruppe und der Leistung. Außerdem werden durch Identifikationsprozesse die gesetzten Normen und Regeln stärker akzeptiert und übernommen.

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Eingeordnet unter AO Psychologie

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