Der Matthäus-Effekt in der Weiterbildung

In den Medien ist oft die Rede vom Fachkräftemangel! Sollte das zutreffen, dann sollten sich Unternehmen gezielt auf die eigenen Mitarbeiter besinnen und deren Weiterbildung fördern. Davon sollten die Mitarbeiter und auch die Unternehmen profitieren – zumindest theoretisch.

Eine Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ergab nun ein unerwartetes Bild. Betriebe mit großen Stellenbesetzungsproblemen bildeten rund 55% ihrer Beschäftigten weiter. Betriebe, die keine oder weniger Stellenbesetzungsprobleme hatten, haben prozentuell mehr Mitarbeiter weitergebildet (in etwa 70%).

Demnach kann es sein, dass gerade die Arbeitgeber bei der Suche nach Fachkräften erfolgreich sind, die intensiv weiterbilden und sich dadurch ein gutes Image (zurecht) erarbeiten. Arbeitgeber mit Stellenbesetzungsproblemen versuchen also ihren Bedarf eher am Markt zu decken, als selbst im eigenen Personal zu investieren.

Und auch der Ingenieurmangel konnte nichts daran ändern – insgesamt sinkt die Weiterbildungsquote deutscher Unternehmen.

Dabei zeigt sich ein erstaunlicher Effekt. Es werden diejenigen gefördert, die ohnehin schon gut qualifiziert sind. Mitarbeiter, die gering qualifiziert sind, werden beim Thema Weiterbildung gerne übersehen. Langfristig sorgt das für eine Vergrößerung der Schere zwischen denen, die besser ausgebildet sind, und jenen, die schlechter ausgebildet sind.

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Eingeordnet unter AO Psychologie, Personalentwicklung

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