Theorie der Arbeitsanpassung

Zu den großen Theorien zur beruflichen Entwicklung zählt die Theorie der Arbeitsanpassung (aka Theory of work adjustment). Im Vergleich zum RIASEC-Modell fokussiert sich diese Theorie weniger auf die eigentliche Berufswahl, sondern eher auf die Entwicklung nach der eigentlichen Berufswahl. Die Gemeinsamkeit beider Modelle ist, dass sie beide eine Übereinstimmung zwischen Person und Arbeitsumwelt als positiv ansehen.

Diese Übereinstimmung lässt sich auf der Arbeitnehmerseite als Zufriedenheit (satisfaction) und auf der Arbeitgeberseite die Zufriedenheit mit dem Arbeitnehmer (satistfactoriness). Das Verhältnis von Fähigkeiten und Anforderungen bestimmt, wie hoch die Passung ausfällt. Aber auch das Verhältnis von Bedürfnissen, Werten und Interessen der Arbeitnehmer und die entsprechenden Angebote des Arbeitgebers bestimmen beiderseitig die Zufriedenheit und somit die Passung. ( Die Arbeitszufriedenheit hängt mit der Verstärkung der Wertvorstellungen des Mitarbeiters durch sein Arbeitsumfeld zusammen.) Nach der Theory of work adjustment sollte konsequent sowohl die Eignung für den Beruf als auch die Übereinstimmung zwischen den eigenen Wertvorstellungen, Interessen und Bedürfnissen betrachtet werden.

Was suchen nun Menschen in einer Organisation? Nach den Autoren der Theorie geht es um die folgenden 6 Punkte:

  • Achievement — Bedingungen, die Erfolg und Vorankommen unterstützen
  • Komfort – wenig Stress
  • Status – Bedingungen, die Anerkennung und Prestige erlauben
  • Altruismus – Harmonie mit anderen
  • Sicherheit – Stabilität und Vorhersehbarkeit
  • Autonomie – Bedingungen, die persönliche Kontrolle und Initiative fördern

Nun kann es sein, dass das nicht erfüllt wird. Es bedeutet nicht, dass ein Arbeitnehmer dann sofort kündigt.

Die FLEXIBILITÄT entscheidet, welches Ausmaß an Unzufriedenheit toleriert wird. Die Aktivität (ACTIVENESS) bestimmt das Ausmaß der Änderungssversuche im Hinblick auf die Situation. Dies lässt sich auch als aktive Anpassung bezeichnen.

REACTIVENESS erlaubt die Reduzierung der eigenen Ansprüche. Unter dieser reaktiven Anpassung kann es auch sein, dass der Arbeitnehmer sein eigenes Verhalten oder die eigenen Wünsche ändert. Das Durchhaltevermögen (PERSERVERANCE) ist für die Verweildauer in einer unbefriedigenden Situation entscheidend. 

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