Absage, Feedback und dann?

Interviews, Testverfahren und Assessment Center sind die klassischen Instrumente zur Personalauswahl. Mittlerweile bieten viele gut aufgestellte Unternehmen und Behörden die Möglichkeit ein Feedback zu erhalten, auch wenn es mit der Bewerbung nicht geklappt hat.

Diese Möglichkeit sollte man unbedingt in Anspruch nehmen. Man sollte die Aussagen eines solchen Gesprächs aber nicht zu ernst nehmen. 

Zunächst mal ist so ein Feedback interessant, weil der Kandidat oder die Kandidatin erfährt, wie andere sie beobachtet und beurteilt haben.

Als Beispiel ein Feedback aus einer Fallpräsentation:

Die Nervosität war erkennbar. Diese ist aber nachvollziehbar. Wer dabei nicht nervös ist, dem ist die Stelle nicht wichtig.

Während der Präsentation fehlte uns etwas Struktur. Die Schilderungen ließen Details und Tiefe vermissen. Beim Eindringen in die Materie fehlte uns die Intensität. Zusammengefasst, hätten Sie mehr Intellektualität und Stringenz zeigen müssen:

  • Wie stellt sich die Sachlage dar?
  • Welche Möglichkeiten haben Sie?
  • Für welche Möglichkeiten entscheiden Sie sich?

Wir schauen uns allerdings eine Menge Leute an. Die Wahrscheinlichkeit genommen zu werden ist geringer als die Wahrscheinlichkeit nicht genommen zu werden.

Das ist ein typisches Feedback. Es wird nicht zu konkret. Jedoch erhalten Sie einige Hinweise, woran es gelegen haben könnte. Nun muss man sich folgende Frage stellen: Habe ich das erwartet?

Wenn ja, dann konnte man sich sich in diesem Punkt gut einschätzen. Das ist sehr positiv. Wenn nein, sollte man sich fragen, ob etwas an der Sache dran ist. Es könnte sein, dass man etwas übersehen hat oder doch etwas besser machen kann. Das ist dann ein wertvolles Feedback.

Nur, wie gesagt, man sollte es nicht überbewerten. Gerade wenn man der Meinung ist, dass die eigene Leistung in Ordnung war und dass man die Kritik nicht nachvollziehen kann, sollte man nicht zu sehr über dieses Feedback grübeln.

Dann ist es allemal besser, wenn man das Ergebnis auf eine schlechte Tagesform, subjektive Meinung der Assessoren oder eine nicht gelungene Aufgabenstellung zurückführen kann. Es sollte zusätzlich bedacht werden, dass man nicht die ungeschminkte Wahrheit zurückgemeldet bekommt. Insofern sollte man sich nicht zu viele Gedanken über eine reichlich verklausulierte und verpackte Rückmeldung machen. (In dem Beispiel zeigt sich, dass gerade die Bewertung hinsichtlich der Intellektualität und Stringenz einen weiten subjektiven Spielraum hat.)

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