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Faktoren mit denen sich Erfolg im Beruf vorhersagen lässt

Zur Prognose des beruflichen Erfolgs werden Vorstellungsgespräche, Assessment Center, Arbeitsproben, Fragebögen, Tests etc. durchgeführt. Die Liste ließe sich noch mit weiteren Methoden wie graphologische Gutachten, Analyse des Lebenslaufes, Analyse der Arbeitszeugnisse usw. ergänzen.

Diese Faktoren können den beruflichen Erfolg in unterschiedlicher Art und Weise vorhersagen. Zunächst sollte man sich fragen, was Erfolg im Beruf überhaupt bedeutet. Dies kann unterschiedliches bedeuten:

  1. wie gut man die Arbeit erledigt
  2. wie viel Geld man durch die Arbeit verdient (Einkommen)
  3. welche Position man erreicht hat (Beförderung)
  4. wie zufrieden ist man mit dem eigenen Berufserfolg (Arbeits- oder Karrierezufriedenheit)

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter AO Psychologie, Diagnostik, Entscheidungsfindung, Personalauswahl, Personalentwicklung

Big Five: Beschreibung oder Prognose?

Die Big Five Faktoren wurden ursprünglich so konstruiert, dass man den Items, die man hatte, darauf achtete, dass diese möglichst hoch mit der eigenen Skala und möglichst niedrig mit den anderen Skalen korrelierten. Dadurch erhielt man (fast) unabhängige Faktoren, die man sehr gut voneinander differenzieren kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Prognosen für externe Kriterien optimal ausfallen. Bisherige Befunde deuten darauf hin, dass die Big Five eigentlich eine geringe Vorhersagegüte haben.

Hurtz und Donovan (2000) fanden relativ gute prognostische Validitäten für Gewissenhaftigkeit in Bezug auf den Berufserfolg, jedoch schwankte dieser zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Die höchste Validität wurde für den Verkauf mit .29 erreicht. Die anderen Dimensionen in keinem Fall mehr als 4% Varianz des Kriteriums auf.

Auch in den Meta-Analysen von Salgado (1997 und 2002) zeigten sich in der Regel schwache bis moderate Korrelationen zwischen Big Five Dimensionen und Kriterien. Man wird daher selten ein Kriterium finden, das sich am besten durch einen der Big Five Faktor vorhersagen lässt. Paunen & Ashton (2001) fanden zudem, dass sich durch eine Kombination der einzelnen Facetten der Big Five höhere Kriteriumsvaliditäten erzielen ließen als durch Kombinationen der Big Five Faktoren.

Quellen:
Hurtz, G. M., & Donovan, J. J. (2000). Personality and job performance: the Big Five revisited. Journal of applied psychology, 85(6), 869.
Paunonen, S. V., & Ashton, M. C. (2001). Big five factors and facets and the prediction of behavior. Journal of personality and social psychology, 81(3), 524.
Salgado, J. F. (1997). The Five Factor Model of personality and job performance in the European Community. Journal of Applied psychology, 82(1), 30.
Salgado, J. F. (2002). The Big Five personality dimensions and counterproductive behaviors. International Journal of Selection and Assessment, 10, 117-125.

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Eingeordnet unter Diagnostik, Entscheidungsfindung, Studien

Zusammenhang von Mobbing und Persönlichkeit in Schulklassen

In einer Untersuchung von Katrin Rentzsch und Astrid Schütz wurde der Zusammenhang von Mobbing und Persönlichkeit in Schulklassen untersucht.

Insgesamt 317 Achtklässler nahmen an der Studie Teil. Die Schüler gingen aus Gymnasium oder auf eine Mittelschule. Die Persönlichkeit wurde
mit dem Big-Five-Inventar von Lang, Lüdtke und Asendorpf erfasst. Zusätzlich wurde noch die Multidimensionale Selbstwertskala eingesetzt.

Schüler, die sehr extravertiert, zugleich aber niedrige Maße an Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit aufwiesen, neigten eher dazu,
andere als Streber zu schikanieren. Dieses Ergebnis ist in sich stimmig. Es müsste verwundern, wenn besonders verträgliche oder gewissenhafte Schüler,
andere Schüle gerne mobben würden.

Die schikanierenden Schüler wiesen zudem einen niedrigen Leistungsselbstwert und geringen sozialen Selbstwert im Umgang mit Kritik auf. Letzteres betraf nicht die Mädchen.

Zu den Gründen lässt sich vermuten, dass die guten Leistungen von manchen Schüler negative soziale Vergleiche bedingen,
die andere schlecht darstehen lassen. Damit erfahren die schlechteren Schüler eine Selbstwertbedrohung. Eine Möglichkeit diese abzuwehren, besteht darin, das Objekt der Bedrohung – die sehr guten SchülerInnen –
abzuwerten.

Rentzsch, K. & Schütz, A. (2010). Die Kombination idiographischer und nomothetischer Herangehensweisen an Projekte von besonderer Praxisnähe. Mehrebenenanalysen über den Zusammenhang von Persönlichkeit und Mobbing in Schulklassen. In G. Jüttemann & W. Mack (Hrsg.),
Konkrete Psychologie: Die Gestaltungsanalyse der Handlungswelt(S. 292-303). Lengerich: Pabst.

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Eingeordnet unter Persönlichkeit, Studien