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Einfache Daumenregeln, Beste Resultate

Mehr Informationen sind immer besser und am besten sind alle Informationen. Das trifft vielleicht zu, wenn man viel, sehr viel Zeit hat, um eine Entscheidung zu treffen. Doch wie es ist im echten Leben, wenn man oft unter Zeitdruck und anhand von vagen Informationen eine Entscheidung treffen muss?

Simple Heuristics that make us smart“ ist kein neues Buch. Gerade deswegen muss ich es mal empfehlen.

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Eine Forschungsdekade zur Rekognitionsheuristik

In ihrem Überblicksartikel zur Rekognitionsheuristik ziehen Gerd Gigerenzer und Daniel Goldstein ein vorläufiges Fazit.

Es spricht vieles dafür, dass die Rekognitionsheuristik die Schlussfolgerungen einer substanziellen Proportion der Menschen erklärt. Dies gelingt sogar, wenn einer oder mehrere dagegensprechende Hinweise vorhanden sind.
Die Menschen sind adaptive Entscheidungsfinder, denn die Übereinstimmung sinkt, wenn die Validität der Hinweise bzw. die Validität in der Situation niedrig oder gar nicht vorhanden ist.
Im Falle von widersprüchlichen, unvereinbaren Hinweisen scheinen einigen Individuen dazu zu tendieren, unterschiedliche Strategien zu wählen. Darüber ist noch vergleichsweise wenig bekannt.

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Rekognitionsheuristik

Heuristiken sind simple Regeln, die uns täglich bei Entscheidungssituationen im helfen, eine schnelle und auch gute Lösung zufinden. Sie sind die klaren Wegweiser im Dschungel der Entscheidungsmöglichkeiten. Würden wir nämlich jedes Mal über ein offenes Problem nachdenken, dann wären wir nur damit beschäftigt. Heuristiken erlauben uns den mentalen Aufwand, das Nachdenken, niedrig zu halten.
Ein bekanntes Beispiel für solche Faustregeln ist die Rekognitionsheuristik nach Dan Goldstein und Gigerenzer(2002), die eine der einfachsten Heuristiken ist. Sie besagt, dass wenn bei einer Entscheidung zwei Objekte miteinander verglichen werden(z.B.Welche Stadt ist größer?-A oder B?) von denen das eine Objekt bekannt und das andere unbekannt ist, man in der Regel die bekannte Entscheidungsalternative wählt. Da man die Größe der Stadt also nicht kennt, verwendet man als Refernzklasse die Bekanntheit der Städte. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die Bekanntheit der Stadt ein valider Hinweis auf deren Größe ist. Weil man im Alltag z.B. nicht von außen einschätzen kann, ob eine Person freundlich gesinnt ist, interpretiert man ein Lächeln etc. als einen Hinweis für Freundlichkeit, Offenheit etc.
Für den Alltagsmenschen ist die Rekognitionsheuristik das, was für den Statistiker die lineare Regression ist. Nur das sie simpler ist, und gar nicht so uneffizient!
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Entscheiden unter Unsicherheit

„Whenever we talk about a ‚goal’, we mix a thousand meanings in one word“ schrieb schon Minsky und wenn man dann noch den Aspekt der Unsicherheit hinzuzieht, hat man einen unentwirrbaren Knoten vor sich.

Wenn man kognitionspsychologisch die Wahrnehmung, Speicherung und Verarbeitung von unsicheren Informationen betrachtet, dann bieten sich unterschiedliche theoretische Ansätze an.

1. Es gibt die probabilistischen Wahrnehmung, die man im Linsen-Modell von Brunswick findet. Es geht – grob gesagt – um die Beziehung zwischen den distalen Variablen und den proximalen Hinweisreizen. Diese ist zur Social Judgment Theorie und auch zur Theorie probabilistischer mentaler Modelle weiter entwickelt worden.

2. Bei der statistischen Kalkulation spielen die Umweltgegebenheiten zunächst mal keine Rolle. Man stellt einer Person eine Frage, wie z.B.: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es morgen heute regnet? Der- oder diejenige darf aber nicht zum Himmel schauen. Es geht also um die subjektive a priori Wahrscheinlichkeit. Im zweiten Schritt geht es nun darum, wie jemand aufgrund einer neuen Evidenz sein Urteil verändert.

 Das ist auch als der Satz von Bayes bekannt.

Menschen urteilen allerdings etwas anders. Es gibt unter den Namen Konservativismus und Basisraten-Fehler bekannte systematische Abweichungen, die das Theorem nicht genpgend gut beschreibend kann.

3. Dem Ansatz der kognitiven Heuristiken und Biases zufolgen nutzen wir Daumenregeln wie  Repräsentativität, Verfügbarkeit, Verankerung etc.

4. Das Konzept probabilistischer mentaler Modelle (PMM) knüpft an den Ansatz von Brunswick an. PMM gehen davon aus, dass Personen bei Lösung einer Aufgabe ein mentales Modell der Situation erstellen, das die relevanten Aspekte darstellt. Die Unsicherheit selbst ist Bestandteil des Modells. Bei Unsicherheit wird ein PMM gebildet, welches eine Referenzklasse gebildet. Man nutz damit einen Hinweisreiz. Dessen Validität ist entscheidend für die Irrtumswahrscheinlichkeit.

5. Bei kausalen mentalen Modellen wie von Thüring spielen Ambiguität und Validität eine Rolle. Hiernach wird ein Anker anhand von früheren Erfahrungen gebildet. Anschließend wird der Anker in Abhängigkeit von der Ambiguität angepasst.

6. In der Stützungstheorie geht es darum, ob der Grad des Glaubens durch das Wahrscheinlichkeitskalkül repräsentiert werden kann. Es taucht hier ein wichtiges Problem bei der Messung der Unsicherheit: die Notwendigkeit, nicht-unmittelbar-Gegebenes zu bedenken.

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Dein Weltmeister-Tipp ist gefragt

Das Max-Planck-Institunt sucht noch fleissige WM-Tipper!

Sie wollen so, zwei Stunden vor jedem Spiel den Sieger vorhersagen! Mehrere Entscheidungsmodelle stehen in Konkurrenz.

Hier ist der Link.

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Take the best (at first sight)

Nach der Take-the-Best-Heuristik von Gerd Gigerenzer greifen wir in einer problematischen Situation nach dem ersten Strohhalm, der uns Halt bietet. Die Ergebnisse, die man mit dieser Taktik erzielt, sind ganz gut. Wie seine Studien belegen, in denen es zum Beispiel darum ging zu entscheiden, welche von zwei Städten größer ist.

Beim ersten Krieterium, das eine Entscheidung ermöglicht, beenden wir das Denken und verhalten uns kriteriumgerecht.

Alles, was man braucht, ist eine dumme Idee, der man folgt.

Okay, meistens ist das gar nicht so dumm. Sie hat mich allerdings heute im Stich gelassen. Im Blumenladen.

Wo ich extra erwähnte, dass ich einen schönen Strauss kaufen wollte. Also entschied ich mich für einen von zweien, weil der eine edler war.

Erst auf dem zweiten Blick, mehrere Minuten später, weit weg vom Blumenladen sah ich, dass der Strauss nicht so schön war.

In der Traumdeutung sagt man vielleicht, dass welke Blumen Mißerfolge und Enttäuschungen ankündigen.

Gut, dass ich nicht daran glaube!

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