Schlagwort-Archive: sunk costs fallacy

Neue Gedanken zur sunk costs fallacy

In einem älteren Beitrag schrieb ich zur sunk costs fallacy

Oft ist es ein Fehler die entstandenen Kosten bei der Entscheidung des zukünftigen Verhaltens mitzuberücksichtigen. Dennoch machen es viele genau so.

Mit dieser Einschätzung bin ich heute nicht zufrieden. Daher unternehme ich einen neuen Anlauf.

Angenommen, dass ich mir eine Karte fürs Kino bereits gekauft habe, ich aber viel lieber zu Hause bleiben und ein Buch lesen möchte. Das Geld für die Kinokarte wäre futsch. Sollte ich also ins Kino gehen, bloss weil ich die Karte bereits gekauft habe, mir also die Kosten bereits entstanden sind? Strenggenommen wäre es eine sunk cost fallacy, wenn ich ins Kino gehen würde! Ich würde nur hingehen, damit die investierten Kosten nicht umsonst gewesen wären.

Dieses Verhalten wird typischerweise als irrational bezeichnet. Bereits investierte Kosten sollten bei einer Entscheidung nicht mehr in Betracht gezogen werden. Doch ist es so einfach? Was passiert, wenn die investierten Kosten für eine Person Gründe oder auch Motivation für ein bestimmtes Handeln darstellen? Weiterlesen

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Noch ein Jahr im Knast

Stellen Sie sich vor, sie sitzen im Gefängnis, weil sie eine zehnjährige Haftstrafe verbüßen. Am Ende des neunten Jahres kommen Sie auf eine geniale Idee, wie sie entkommen können, ohne dass jemand zu Schaden kommt. Sie haben auch schon den perfekten Plan, wie sie danach untertauchen können. Es ist also nicht zu befürchten, dass sie nach dem Ausbruch geschnappt werden. Wie würden Sie sich entscheiden: Ausbrechen oder das eine Jahr noch absitzen? Weiterlesen

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Ein Sunk Costs Fallacy – Experiment mit Amazons Mechanical Turk

Ein besseres Beispiel wie man das Sunk Costs Fallacy – Problem untersuchen kann, liessen sich meiner Meinung nach Stanovich und West einfallen.

In deren Untersuchung wurde den Teilnehmern folgendes Szenario vorgelegt:

Sie haben gerade eine Rabatt-Karte beim Videoverleih X für 50 Euro. Damit kriegen sie einen 50%-Rabatt auf den Normalpreis von 3 Euro.
Kurz danach macht Videoverleih Y auf mit einem Normalpreis von 2 Euro auf. Videoverleih X ist 10 Minuten mit dem Antwort weg von ihrer Wohnung, während Videoverleih Y zu Fuß zu erreichen ist (1/2 block from your apartment). Wie viele Ihrer nächsten 20 Videos würden sie vermutlich beim näheren, aber teureren Videoverleih Y ausleihen?

[ In der no-sunk-cost Bedingung entfallen die 50 Euro für die Rabattmarke. Die Videos bei X kosten dann 1,50 Euro.]

Die VPN entscheiden sich in der Sunk-Cost-Fallacy-Bedingung im Schnitt ca. 4,6 Mal für Y, in der anderen Bedingung aber 6,6 Mal für Y, was signifikant unterschiedlich ist.

Das ganze Experiment wurde nun auch mit Amazons Mechanical Turk repliziert.

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Sunk costs fallacy

Angenommen Sie bestellen sich eine Pizza nach Hause. Diese wird geliefert, sie zahlen und gehen mit der Pizza ins Wohnzimmer. Nach dem ersten Bissen fällt Ihnen auf, dass die Pizza seltsam schmeckt. Wie reagieren Sie?

Essen Sie einen gekauften Pudding zu Ende, auch wenn er nicht schmeckt?
Würde Sie den Pudding zu Ende essen, damit der Koch nicht denkt, er würde nicht schmecken?
Verkaufen Sie Aktien, wenn der Wert unter dem Einkaufspreis sinkt?

Oft ist es ein Fehler die entstandenen Kosten bei der Entscheidung des zukünftigen Verhaltens mitzuberücksichtigen. Dennoch machen es viele genau so.

Um zu untersuchen, ob sich alle so verhalten, führten Marijke van Putten, Marcel Zeelenberg und Eric van Dijk (2010) eine Untersuchung durch.

Sie vermuteten, dass action-oriented Teilnehmer gegenüber den state-oriented Teilnehmern diesen Fehler weniger oft begehen würden. Wer zu welcher Gruppe gehörte, wurde mit der Action Control Scale (ACS-90) gemessen, die aus 24 Forced-Choice-Items besteht.

Folgende Szenarien wurden dafür aufgebaut. Weiterlesen

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