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Beratung von hartnäckigen Besserwissern

Ich bin selbst ein Besserwisser und habe dementsprechend nichts gegen Meinesgleichen. Oft genug kommt es jedoch vor, dass ich mich frage, wie eine Person tatsächlich denken kann, dass sie etwas besser weiß.

Ein aktueller Fall. Eine Person (K.K.) sollte eine Beratung bekommen, da die Person seit Jahren arbeitslos war, eine Ausbildung abgebrochen hatte, den Führerschein zweimal verloren hatte und keine Besserung in Sicht war. Auf der Habenseite konnte K.K. einen Realschulabschluss vorweisen und wahrscheinlich einige Stärken im kognitiven Bereich. Dumm war K.K. also nicht, obgleich kein Intelligenztest eingesetzt wurde, um das zu testen.

Nun wurde mit einigen Anlaufschwierigkeiten ein sehr ausführliches Gespräch mit K.K. geführt. Die Person war schon im Jugendalter straffällig geworden. Die Impulsivität der Person hatte wohl auch zum Abbruch des Abiturs und zu den Führerschein-Verlusten geführt. Leider zeigte K.K. auch mit Ende 20 viel impulsives und wenig kontrolliertes Verhalten. So hatte K.K. ganz genaue Vorstellungen, wie er einen Job finden wollte. Er wollte diese Vorstellungen nicht teilen, meinte aber, dass er dafür keine Bewerbungsunterlagen erstellt werden müssten. K.K. wohnte immer noch zu Hause und es lag ihm nichts ferner als sich eine eigene Bleibe zu suchen.

Letzten Endes scheiterte das ganze. K.K. zeigte sich bis zuletzt sehr eigensinnig. Ich habe nach dem ersten langen Gespräch auch K.K. mit seinem Fehlverhalten eher direkt konfrontiert, statt ihm beratend zur Seite zu stehen. Eventuell hätte ich mehr Verständnis für seine Situation gewinnen können. Allerdings war dies nicht einfach, da K.K. an sich wenig offen wirkte, wenn es um Informationen zur eigenen Person ging.

Was mich erstaunte war, dass K.K. immer noch gerne erwähnte, dass er hätte Arzt werden sollen und dass er eventuell noch studieren wollte. Nichts, aber auch gar nichts in seinem Verhalten hätte erlauben können, dies als eine sinnvolle Optionen zu betrachten. Damals sagte ich nichts dazu. Heute denke ich mir, dass K.K. wahrscheinlich durch diese hehren Ziele ein positives Selbstbild aufrechterhalten wollte. Ratsuchende nennen zum Teil irreale Berufswünsche, die jedoch eine sehr wichtige, ihren Selbstwert erhöhende Funktion haben. Das mag eine Erklärung dafür gewesen sein. Auch mag es zum Teil erklären, warum K.K. sich so stark weigerte, einen anderen Weg zu gehen. Dafür hätte er sich mit seinem bisherigen „Versagen“ auseinandersetzen müssen und ein realistischeres Bild seiner Selbst gewinnen müssen.

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Das Assessment Center – Gruppendiskussion

Eine der häufigsten Elemente eines Assessment Center ist die Gruppendiskussion. Diese kann unterschiedlich gestaltet sein. Die Bewerber könnten munter drauf losdiskutieren oder sie arbeiten mit Zielvorgaben. Die Position, die man vertren soll, kann auch vorgegeben sein.

Was sind mögliche Beobachtungsdimensionen, die bewertet werden?

Das ist zum einen der Bereich Rhetorik und Argumentationsfähigkeit. Das können auch die Fähigkeit zur Gruppensteuerung und zur Moderation sein. Ebenso könnten das Durchsetzungsvermögen oder die Kooperationsfähigkeit bewertet werden.

Worauf kann man als Bewerber achten?

Das erste Ziel sollte sein, aktiv zuzuhören und mitzureden. Die anderen Gesprächspartner sollte man direkt ansprechen, das Gesagte aufgreifen und weiterführen. Während einer solchen Diskussion kann man sich auch Notizen machen. Mit deren Hilfe lässt sich eine kurze Zusammenfassung ausarbeiten, woraus Ziele abgeleitet werden können. Zeitliche Vorgaben sollten in jedem Fall beachtet werden. Generell gilt, dass das „Wie“ wichtiger ist als das „Was“! Es gibt auch kein Optimum, das man anstreben sollte. Man sollte eine möglichst effektive und effiziente Strategie verfolgen.

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Das Vorstellungsgespräch – das Zweitgespräch

In einigen Bewerbungsverfahren werden die Bewerber, die erfolgreich das erste Vorstellungsgespräch gemeistert haben, zu einem Zweitgespräch eingeladen. Worum geht es bei diesem Gespräch?

Nun, zunächst mal sollen noch fehlende Informationen eingeholt werden. Eventuell werden an dieser Stelle auch fachlich vertiefte Gespräche geführt. Zudem können bei diesem Gespräch eventuell noch weitere Personen anwesend sein, die den Bewerber auch noch beurteilen sollen.

Bei diesem Erstgespräch wird natürlich auf Konsistenz im Vergleich zum ersten Gespräch geachtet. Es geht auch darum, den Faktor ‚Tagesform‘ zu minimieren. Macht der Kandidat dieses Mal auch einen ähnlichen Eindruck wie beim ersten Mal oder erscheint er nun gänzlich anders? Falls Letzeteres zutreffen sollte, könnte man in die unangenehme Situation geraten, als Schein-Darsteller abgestempelt zu werden.

Nicht zuletzt sind nun noch konkretere Frage zur zukünftigen Aufgabe wie auch konkrete Fragen zur Vertragsgestaltung im Detail möglich.

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Das Vorstellungsgespräch – Fragen des Bewerbers

Im Rahmen eines Vorstellungsgepräch kommt früher oder später der Zeitpunkt für die Fragen des Bewerbers. Dieser Teil hat sicherlich keinen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Bewerbungsverfahrens. Allerdings kann man mit guten Fragen Interesse am Unternehmen demonstrieren. Außerdem kann man dann zeigen, dass man sich durchaus ernsthafte Gedanken über die Tätigkeit macht. Natürlich macht man sich solche Gedanken immer. Nicht immer gelingt es jedoch auf Anhieb, diese Gedanken in konkrete Fragen zu verwandeln. Als Orientierung für solche Fragen kann die Liste mit den folgenden Punkten dienen.

  • Fragen zu den Aufgabenbereichen, die mit der ausgeschriebenen Stellen verbunden sind
  • Einarbeitung – wie wird man eingearbeitet? Und durch wen?
  • Unternehmenskultur – hier kann man nachfragen, was den Kern des Unternehmens ausmacht
  • Vorgesetzte und Kollegen
  • Grund für die Vakanz der Stelle
  • Erwartungen des Unternehmens an den Bewerber
  • Entwicklungsperspektiven/Fortbildung
  • Gehaltsangebot/Sozialleistungen (beim ersten Job sollte das aber nicht so wichtig sein)
  • gewünschte Verfügbarkeit

Es empfiehlt sich, offene Fragen zu stellen. So können die Personen, die das Unternehmen vertreten, länger und ausführlicher antworten. Geschlossene Fragen – wie etwa „Werde ich eigentlich durch meinen Vorgesetzten eingearbeitet?“ – sind zu vermeiden. Selbst wenn formal nichts gegen solche Fragen spricht, so sind offene Fragen geeigneter, um eine Dialog-Situation herzustellen.

Sollte der Kandidaten in einem speziellen Gebiet mehr wissen, als die Gesprächspartner vonseiten des Unternehmens, so gilt es auch hier konkrete Fragen, die das ansprechen, zu vermeiden. Oberlehrerhaftes Auftreten – in welcher Form auch immer – kommt in der Regel nicht gut an. Selbst wenn man im Recht ist, handelt man sich damit keine Symapthien ein – und darauf kommt es eben auch an.

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Erfahrungen aus dem Vorstellungsgespräch

Mithilfe der Eignungsdiagnostik versucht man, die Auswahl von geeigneten Kandidaten auf einem möglichst objektiven und validen Niveau durchzuführen. Im besten Fall soll der beste Kandidat das Rennen machen.

Das stösst nicht immer auf Akzeptanz von Seiten der Bewerber, vor allem dann nicht, wenn ein nachvollziehbarer Zusammenhang mit der Stelle fehlt. Im Post vom Antikoerperchen-Blog werden interessante Situationen in Vorstellungsgesprächen geschildert. Man könnte sie auch als Anleitung lesen, wie man ein Vorstellungsgespräch nicht führen sollte.

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